Philipp Amelungsen 

Dramaturg für Musiktheater,
Tanz & Performance

Philipp Amelungsen

Philipp Amelungsen lebt in Leipzig und ist freier Dramaturg für Musiktheater, Tanz und Performance. Er studierte Theater- und Kulturwissenschaften an der Universität Leipzig. Engagements führten ihn an die Oper Leipzig, das Staatstheater Braunschweig und für vier Spielzeiten an die Oper Halle unter der künstlerischen Leitung von Florian Lutz und Michael v. zur Mühlen.

Anschließend daran wechselte er mit dem neuen Generalintendanten Hans-Georg Wegner für zwei Spielzeiten an das Mecklenburgische Staatstheater Schwerin, wo er gemeinsam mit dem Regisseur Martin G. Berger das Musiktheater leitete. Beide richteten die Sparte mit einem starken Fokus auf zeitgenössisches Musiktheater neu aus. Ihre erste gemeinsame Spielzeit, in der das 20. Jahrhundert und eine lebendige Uraufführungspraxis im Mittelpunkt standen, eröffneten sie mit György Ligetis Le Grand Macbare. In der queere Mitmachrevue Mit Li(e)dschatten und Leidenschaft hat Philip Amelungsen als sein Drag-Alter-Ego Florence Foster Jerkins mit Mitarbeitenden des Theaters und Akteur*innen der LGBTQIA+ Community gesellschaftliche Vielfalt künstlerisch und diskursiv verhandelt.

Darüber hinaus verbindet Philipp Amelungsen eine Zusammenarbeit mit Regisseur*innen und Choreograf*innen wie Dietrich W. Hilsdorf, Katrín Hall, Jan Pusch, Henriette Hörnigk, Nina Gühlstorff, Mario Schröder, Maximilian von Mayenburg oder Martin G. Berger. Im April 2023 feierte die musikalische Stückentwicklung Playing Animal Farm mit der Regisseurin Anna Weber im Rahmen des Festivals Passion :SPIEL am DNT Weimar Premiere.

Aktuelle Projekte führen ihn als Gastdramaturg für die späte italienischsprachige Erstaufführung von Antonio Salieris Oper Kublai Khan an das MusikTheater an der Wien. Weiterhin arbeitet er als Dramaturg mit der Choreografin und Performance-Künstlerin Florentina Holzinger an der Uraufführung von Sancta (AT), der ersten Musiktheater-Arbeit Holzingers.  

Zeitgenössisch

Musiktheater für die Gegenwart machen, heißt sich seiner gesellschaftlichen (Spreng)Kraft erinnern. Das Repertoire ist weder Museum noch unschuldig, vielmehr Material, das kritisch befragt werden muss. Vielleicht auch ergänzt oder gar verworfen, damit neue Geschichten entstehen können. Ich wünsche mir mehr Uraufführungen, mehr Jetzt im Musiktheater.     

Divers

Unsere Welt ist komplex und vielfältig. Wenn wir anfangen über unsere Welt zu erzählen, können wir sie besser verstehen. Schreiben wir deshalb Opern, Musicals, Operetten, Ballette und Performances über den Klimawandel, Liebe in offenen Beziehungen, Freud und Leid in Pflegeberufen, Flucht und Migration, Landlust und Kleinstadtfrust. Wir brauchen ein Musiktheater, das genauso divers ist wie die Gesellschaft in der wir leben.  

Solidarisch

Musiktheater stiftet Emotionen und Gemeinschaft. Theater sind  Orte gemeinsamen Erlebens. Hier können wir solidarische Praktiken üben, aktives Handeln versuchen, gemeinsam in produktiven Streit geraten. Lasst uns deshalb zusammen Spielen! Geben wir uns Raum in partizipatorischen Formaten, in denen die Zuschauenden unsere Komplizierte*innen sein dürfen und wir zusammen das Morgen neu erfinden.  

REINHOLD OTTO MAYER PREIS 2025

Für die Konzeption der queeren Landoperette Alles Liebe! werden wir als Kollektiv mit dem Reinhold Otto Mayer Preis 2025 ausgezeichnet! Der mit 50.000 Eur dotierte Preis wird als Stückauftrag vergeben. Die Uraufführung von Alles Liebe! ist für November 2025 am hessischen Staatstheater Wiesbaden geplant.

Team:
Misha Cvijović - Komposition
Philipp Amelungsen - Idee, Buch und Libretto
Anna Weber - Regie
Stella Lennert - Bühne 
Alexander Djurkov Hotter - Kostüm
Thomas Heep - Choreografie

Mehr Informationen in der Pressemeldung der Reinhold Otto Mayer Stiftung

Aus unserem Exposee:

"Wir möchten von diversen Lebensrealitäten erzählen und machen deshalb in Alles Liebe! Eine queere Landoperette Menschen aus der LGBTQIA+ Community zu Held*innen unserer Operette. Im Spannungsverhältnis unterschiedlicher Lebensweisen zwischen wertkonservativ und progressiv liberal, ländlichem und urbanem Raum, Aufbegehren und Furcht haben wir liebevolle Reibeflächen gefunden, die ein lebendiges, absurdes, schräges, verworfenes wie berührendes zeitgenössisches Operettentheater ermöglichen und gleichzeitig in ein utopisches Morgen verweisen. Dabei wollen wir auch mit verschiedenen Akteur*innen vor Ort in Kontakt treten und sie in unsere Operette involvieren und zeigen, dass das Leben in Stadt und Land vielfältig und von einem lebendigen Miteinander geprägt ist.“

Aktuelle Projekte 

Playing Animal Farm am DNT Weimar 

Rollenspiel zum Mitmachen von Anna Weber und Philipp Amelungsen mit der Game Show Music von Philip Venables

UA am 29.04.2023


Das Spiel beginnt, wo die Geschichte der Animal Farm endet: Die Schweine haben ein autoritäres Regime errichtet. Die übrigen Tiere werden unterdrückt. Doch es regt sich Widerstand! Als Kühne, Hühner, Pferde und Schafe spielt das Publikum in fünf Leveln die Grundrechte des Animalismus wieder frei. Ein revolutionärer Kindergeburtstag für alle Mitspieler*innen.
Die GAME SHOW MUSIC des britischen Komponisten Philip Venables zeigt dabei, welche Kraft Musik für Gemeinschaft hat.

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Foto: DNT Weimar/Candy Welz 

Kublai Khan am MusikTheater an der Wien 

Dramma eroicomico in zwei Akten von Antonio Salieri,  Libretto von Giovanni Battista Casti,  Uraufführung der italienischen Originalfassung

Premiere am 05.04.2024

Uraufführung mit 200 Jahren Verspätung! Salieri schrieb mit Cublai, gran kan de’ Tartari eine beißende Satire auf den russischen Zarenhof. Doch wegen des Krieges gegen das Osmanische Reich wurde Russland plötzlich zum Bündnispartner Österreichs und die Opern-Premiere kurzerhand abgesagt. Die Oper fragt, wie Tradition und Erneuerung ohne gesellschaftliche Spaltung möglich sind. Regisseur Martin G. Berger und Dramaturg Philipp Amelungsen  gehen auf Spurensuche im Wien des 21. Jahrhunderts.

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Foto: MusikTheater an der Wien

SANCTA (AT) 
Opernperformance von Florentina Holzinger 

mit Musik von Paul Hindemith (Sancta Susanna), geistlichen Werken und Neukompositionen von Johanna Doderer, Born in Flamez und Stefan Schneider 

Eine Produktion von Florentina Holzinger/Spirit, neon lobster, dem Mecklenburgischen Staatstheater und der Staatsoper Stuttgart in Koproduktion mit den Wiener Festwochen und der Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz Berlin.


Premiere: 30.05.2024

Im Sommer 2024 wird mit Sancta (AT) erstmals ein Oper von Florentina Holzinger Premiere feiern. Ihre Performerinnen kommen hier mit Sängerinnen, Chor und Orchester um gemeinsam eine feministische Messe zu feiern.

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